Die Frage „Was ist der Leverage-Effekt?“ verständlich & einfach erklärt!

Der Leverage-Effekt (deutsch Hebeleffekt) beschreibt die Möglichkeit der Erhöhung der Eigekapitalrentabilität einer Investition mithilfe von Fremdkapaital. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einer Hebelung der Eigenkapitalrentabilität.

Diese etwas abstrakte Definition meint, dass die Aufnahme von Schulden, also Fremdkapital, unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll ist. Die notwendigen Voraussetzungen beinhalten einen niedrigeren Zinssatz des eingesetzten Fremdkapitals im Vergleich zur Gesamtkapitalrendite. Dies hat zur Folge, dass die Gewinne, die mit dem Fremdkapital erzielt werden, höher sind als die Kosten für das Fremdkapital (Zinsen). Es kommt zu einer Steigerung der Eigenkapitalrentabilität.

Die Risiken dieser Methodik liegen auf der Hand: Zins- und Renditeentwicklungen. Sind die Voraussetzungen im laufe der Zeit nicht mehr erfüllt und stattdessen liegt der Zinssatz des Fremdkapitals höher als die Gesamtkapitalrendite, kommt es zu einem Gegeneffekt. Die Eigenkapitalrentabilität wird nicht mehr gesteigert, sondern sinkt um ein Vielfaches im Vergleich zum Fall von 100% Eigenkapital.

Anwendung findet der Leverage-Effekt in der Regel beim Immobilienkauf (siehe Rechenbeispiel) und bei Derivaten. So liegt beispielsweise die überproportionale Abhängigkeit zwischen Derivatspreis und dem Preis des Basisprodukts in diesem Effekt begründet.

Was ist der Leverage-Effekt? | Diagramm

Anwendung des Leverage-Effekts: Immobilienkauf

100% Eigenkapital 30% Eigenkapital & 70% Fremdkapital
Kaufpreis 500.000€ 500.000€
Eigenkapital 500.000€ 150.000€
Fremdkapital / 350.000€
Zinsen: 2,5% pro Jahr / 8.750€
Jahresnettomiete 30.000€ 30.000€
Gesamtkapitalrendite 6% 4,25%
Eigenkapitalrendite 6% 14,17%