Die Frage „Was sind Aktien?“ verständlich & einfach erklärt!

Das Eigentum an einer Aktiengesellschaft ist in verbriefte Anteile unterteilt. Diese Anteile nennt man Aktien und gehören zu der Gruppe der Wertpapiere. Aktiengesellschaften geben Aktien aus, um ein Teil des Unternehmens im Gegenzug für eine Art Kredit zu tauschen.

1. Arten einer Aktie

Eine Aktie kann man in verschiedene Arten einteilen: Man unterscheidet hierbei in Beteiligungsform, Verbriefung und Übertragung der Aktien. Bei der Beteiligungsform wird in Nennwert- und Stückaktien unterschieden. Die Verbriefung lässt sich in Stamm- und Vorzugsaktie einteilen und die Übertragung der Aktie in Inhaber- und Namensaktie.

Was sind Aktien? | Einteilung von Aktien

2. Nennwert- und Stückaktien

Diese beiden Arten der Aktien regeln die Anteilfsorm am Grundkapital einer Aktie. Die Aktiengesellschaft legt dies üblicherweise in der Satzung fest. Die Höhe der Beteiligung an Gewinn und Verlust einer Aktie, hängt davon ab, welchen Anteil am Grundkapital des Unternehmens das Aktienpaket ausmacht.

2.1 Nennwertaktie

Der Nennwert einer einzelnen Aktie gibt an, mit welchem Anteil jede Aktie am Grundkapital der AG beteiligt ist. Der Nennwert multipliziert mit der Zahl der ausstehenden Aktien ergibt das Grundkapital der Gesellschaft. Umgekehrt gilt die Formel: Das Grundkapital dividiert durch die Zahl der ausstehenden Aktien ergibt den Nennwert.

Beträgt etwa das Grundkapital eines Unternehmens 100 Millionen EUR und es werden 1 Million Aktien ausgegeben, dann ist der Nennwert einer Aktie 100 EUR.

2.2 Stückaktie

Bei nennwertlosen Aktien wird die Beteiligung des Aktionärs am Grundkapital der AG nicht in einem Nennbetrag, sondern in Stücken ausgedrückt. Der Anteil des Aktionärs resultiert dabei aus dem Verhältnis seiner Aktien zur Gesamtzahl aller ausgegebenen Aktien.

Sind 100 Aktien ausstehend und das Unternehmen verfügt über ein Grundkapital von 1000 EUR, entspricht der Anteil einer Stückaktie 1% am Grundkapital.

2.3 Nennwert ist nicht gleich Kurswert

Der Börsenwert einer Aktie spiegelt den aktuellen Marktwert einer Aktiengesellschaft wider. Bei einem erfolgreichem Unternehmen ist der Marktwert allerdings deutlich höher als sein Grundkapital. Faktoren wie Vermögensgegenstände zählen auch zur Bewertung eines Unternehmens hinzu. Allerdings gibt es auch Faktoren, die nicht in der Bilanz einer Aktiengesellschaft stehen wie Gewinnaussichten, stille Reserven, der Markenname und vieles mehr. Falls das Unternehmen in ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt, kann der aktuelle Marktwert höher sein als der tatsächliche Wert des Unternehmens.

3. Stamm-, Namens- und Inhaberaktien

Neben der Unterscheidung in Nennwert- und Stückaktien gibt es noch weitere Abstufungen einer Aktie. Hierzu zählen dann die Stamm-, Namens- und Inhaberaktien.

3.1 Stammaktie

Das Grundkapital einer Aktiengesellschaft besteht meist aus Stammaktien. Inhaber von Stammaktien besitzen alle Aktionärsrechte, insbesondere das Stimmrecht auf der Hauptversammlung des Unternehmens. Je mehr Stammaktien der Aktionär besitzt, desto mehr Rechte besitzt er also auch auf der Hauptversammlung.

3.2 Inhaberaktie

Die überwiegende Anzahl dieser Stammaktien sind wiederum Inhaberaktien. Sie gehören demjenigen der sie zurzeit besitzt, weil sie in seinem Depot liegen. Dies ist ein deutlicher unterschied zu Namensaktien. Die Aktiengesellschaft kann die Aktionäre also nicht kontaktieren und keine Aktionärsbriefe, Quartals- oder Jahresberichte zuschicken. Da die AG die Besitzer der Aktien nicht kennt, kann sie sich schlechter vor der feindliche Übernahme schützen. Aktionäre haben bei der Inhaberaktie die gleichen Rechte wie Besitzer einer Stammaktie.

3.3 Namensaktie

Die Besonderheit der Namensaktien ist, dass der Aktionär auch in das Handelsregister der Aktiengesellschaft eingetragen wird. Hier wird nicht nur der Name des Aktionärs notiert, sondern auch Geburtsdatum, Adresse und die Stückzahl bzw. bei Nennwertaktien die Höhe des Anteils. Aktionäre haben bei der Namensaktie die gleichen Rechte wie Besitzer einer Stammaktien.

3.4 Vorzugsaktie

Diese spezielle Form der Namens- und Inhaberaktien bezieht sich auf Vorzüge beim Besitz dieser Aktie. Ein Anspruch auf besondere Dividendenansprüche der Aktiengesellschaft besteht. Hier spricht man von einer Mehrdividende gegenüber den Stammaktionären. Allerdings dürfen diese Inhaber oft ihr Stimmrecht auf der Hauptversammlung nicht abgeben (stimmrechtlose Aktien). Das Stimmrecht kann der Aktionär allerdings zurückgewinnen, wenn der vereinbarte Vorzug nicht gewährleistet werden kann. Der Vorteil für Unternehmen bei Vorzugsaktien ist, dass diese kein Stimmrecht an Anteilseigner abgeben müssen. Oft sind es auch Großanleger welche von Stammaktien ein Gebrauch machen.

4. Nachschusspflicht

Aktionäre haben Rechte und Pflichten, die sich aus dem Aktiengesetz und der Satzung des Unternehmens ergeben. Die Hauptflicht eines Aktionärs ist es die vereinbarte Einlage auf das Grundkapital zu leisten. Anders als bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) kann die Aktiengesellschaft von ihren Miteigentümern aber keine weiteren Zahlungen verlangen, wenn das Unternehmen wirtschaftliche Schwierigkeiten bekommt. Eine sogenannte Nachschusspflicht besteht für Aktionäre nicht. Wird die AG insolvent, beschränkt sich das Verlustrisiko eines Aktionärs auf seine Einlage.

5. Risiken bei der Aktienanlage

Oft hört man, dass Wertpapiere in Form von Aktien eine rein spekulative Anlagemöglichkeit ist. Diese Abneigung gegenüber Aktien ist oft grundsätzlicher Natur und nicht durch Wissen und Erfahrung begründet. Wer Risiken von Aktien genauer kennt, kann diese objektiv bewerten und reduzieren. Der Aktienbesitz ist allerdings grundsätzlich mit Risiko gekoppelt. Die Möglichkeit besteht immer, dass ein Unternehmen wirtschaftlich in Schwierigkeiten oder, noch viel schlimmer, Insolvent geht. Dieses Marktrisiko bleibt immer bestehen. Dazu zählt beispielsweise auch der Einfluss von Terroranschlägen, politischen Unsicherheiten oder auch Umweltkatastrophen.

5.1 Markt- und Einzelrisiko

Das bereits erwähnte Marktrisiko bildet mit dem Einzelrisiko das Risiko für die Aktienanlage. Das Marktrisiko kann man nicht beeinflussen oder begünstigen, da dieses immer in der Marktwirtschaft besteht. Oft fällt beim Einzelrisiko auch der Begriff Klumpenrisiko, da der Anleger sein Vermögen nur auf eine Aktie fokussiert. Die Wahrscheinlichkeit des Totalverlusts erhöht sich auf diese Weise deutlich.

Im abgebildeten Diagramm ist deutlich zu erkennen, dass das Einzelrisiko bei steigender Aktienanzahl das Risikopotential deutlich senkt. Das Marktrisiko stagniert, da es nicht durch die Anzahl der Aktien im Depot beeinflusst wird. Es ist also möglich durch das Verteilen des Vermögens das Einzelrisiko zu senken. Das Marktrisiko bleibt jedoch immer bestehen, da der Markt durch Terroranschläge, politische Unsicherheiten oder auch Umweltkatastrophen beeinflusst wird.