Die Frage „Was sind Fonds?“ verständlich & einfach erklärt!

Fonds, genauer gesagt Investmentfonds, bündeln das Kapital vieler Anleger und verteilen es für diese auf viele verschiedene Anlagen. Fonds bieten Anlegern die Möglichkeit, sich mit wenig Aufwand und kleinen Anlagebeträgen ein breit gestreutes Portfolio aufzubauen.

Anleger profitieren davon, dass sie sich nicht mehr selber ihr Aktienportfolio zusammenstellen müssen, sondern direkt die Möglichkeit besitzen in einen Index zu investieren, welcher einen gesamten Markt abbildet. Besonders für Anleger die eine große Diversität an Aktien mit geringem Kapital haben wollen, ist dies äußerst attraktiv.

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1. Offener Fonds vs. Geschlossener Fonds

Fonds werden in zwei große Kategorien unterteilt: die offenen Fonds und die geschlossenen Fonds. Die meisten Fonds sind offen, weshalb man dort die Bezeichnung ‘offen’ vernachlässigt.

Bei beiden Anlageformen geht es den Anlegern um Rendite. Offene Fonds werden an der Börse gehandelt und die Anleger können ständig Anteile kaufen und verkaufen. Bei geschlossenen Fonds ist dies anders, da sie nicht an der Börse gehandelt werden. Bei der Platzierung des geschlossenen Fonds wird ein Fondsvolumen vorgegeben. Sobald dieses Volumen erreicht ist, sind keine weiteren Einlagen möglich. Das bedeutet, dass keine weiteren Anteile erworben werden können. Der Fond ist geschlossen. Es ist nicht möglich, dass neue Anteile ausgegeben werden können. In der Regel wird mit einem solchen Fonds Geld für ein definiertes Projekt gesammelt.

2. Wichtige Arten von Fonds

Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichsten Investmentfonds. Hier sind die wichtigsten:

2.1 Aktienfonds

Aktienfonds investieren das Geld der Anleger in Aktien. Je nach dem wie die Strategie des Fonds-Manager ist, gibt es Regionenfonds, Länderfonds oder international anlegende Fonds. Weitere mögliche Variationen sind Branchenfonds, welche ausschließlich in Unternehmen einer bestimmten Branche (beispielsweise Solar,- oder Biotechnologieaktien) investieren.

2.2 Indexfonds

Indexfonds versuchen einen bestimmten Aktienindex möglichst exakt nachzubilden. Um das zu erreichen, investieren diese Fonds beispielsweise in die in dem Index enthaltenen Wertpapiere im gleichen Verhältnis wie der Index selber. Bekannte Aktienindizes sind der DAX, der S&P 500 und derMSCI World.

Die meisten angebotenen Indexfonds sind sogenannte ETFs.

2.3 Rentenfonds (Anleihenfonds)

Bei Rentenfonds investieren die Fonds-Manager das Kapital in festverzinsliche Wertpapiere wie Staats- und Unternehmensanleihen oder Pfandbriefe. Auch hier kann wie bei den Aktienfonds zwischen europaweiten oder internationalen Aktien angelegt werden. Weitere Unterscheidungskriterien kann auch die Währung der Anleihen sein (beispielsweise Euro oder Dollar).

2.4 Offene Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds bieten eine Beteiligung an einem breit gestreuten Immobilienportfolio schon mit kleinen Anlagebeträgen an. Das Kapital wird in Gewerbeimmobilien, Shoppingcenter oder Hotels angelegt. Besonders geeignet sind diese für sicherheitsorientierte Anleger, die langfristig anlegen wollen. Falls du dich für andere Immobilienfonds interessierst, informiere dich zu geschlossenen Immobilienfonds oder REITs.

2.5 Mischfonds

Diese Art Investmentfonds nennt man Mischfonds, weil sie gemischt Aktien, sowie Anleihen im Portfolio haben. Je höher der mögliche Aktienanteil eines Mischfonds ist, desto größer ist das Risiko verbunden mit den steigenden Ertragschancen. Mischfonds unterscheidet man in offensive Mischfonds (hoher Aktienanteil) und defensive Mischfonds (hoher Anleihenanteil).

Besonders geeignet für Mischfonds sind langfristig orientierte Anleger, welche sich nicht regelmäßig um die Zusammensetzung ihrer Anlage kümmern wollen. Oftmals schneiden sie aber nicht besser ab als eine Aktien- und Renten-ETF Mischung. Dieser Mix aus den ETFs wäre die kostengünstigere Alternative.

 

Vorteil Nachteil
Mischfonds sind bequem, da die Fonds Manager die Entscheidung abnehmen, in bestimmten Konjukturphasen die Aktienquote zu erhöhen oder zu reduzieren. Sie sind weniger risikoreich als Aktienfonds, haben aber höhere Renditechancen als Rentenfonds. Mischfonds schnitten in der Vergangenheit selten besser ab als eine reine Mischung aus Aktien- und Renten-ETF.

2.6 Ethisch-ökologische Fonds

 Bei dieser Art von Investmentfonds investieren die Fonds-Manager in nachhaltige Geldanlagen. Mit der Zeit wurde es für viele Anleger immer wichtiger, dass ihr Anlageprodukte auch mit ihren Werten übereinstimmen. So haben sich im wesentlichen die Ethisch-ökologischen Fonds etabliert. Diesen Investmentfonds kann man im wesentlichen in zwei Fondsarten unterscheiden:

  • Ethisch-ökologisch oder Nachhaltigkeitsfonds (ethische, soziale und ökologische Kriterien mit einbezogen)
  • Umwelttechnologiefonds (spezielles Thema oder Branche, beispielsweise Wasser)
Vorteil Nachteil
Anleger können sich beim Investieren nachhaltig orientieren und der Umwelt und ihrem Gewissen was gutes tun. Oft definieren die Fondsgesellschaften die Nachhaltigkeitskritierien anders. Anleger müssen sich vorher genau informieren.

2.7 Dachfonds

Dachfonds sind Investmentfonds, die das Geld der Anleger wiederum in Anteile von anderen Fonds anlegen, statt in Einzelaktien oder Anleihen zu investieren. Es ist also eine Vermögensverwaltung mit nur einem Wertpapier. Letztlich sind die Dachfonds nur eine andere Variante der Mischfonds, da der Fonds-Manager in Fonds aus Aktien und Anleihen investiert.

Vorteil Nachteil
Durch die starke Risikostreuung der Aktien-Dachfonds schwanken sie weniger als Aktienfonds, die in Einzelaktien anlegen. Viele Dachfonds investieren lediglich in Fonds des eigenen Konzerns, dabei besteht die Gefahr, dass mittelmäßige oder schlechte Fonds vom Dachfonds Management gekauft werden. Bei den anderen Dachfonds sind die Kosten hoch, da sowohl das Dachfondsmanagement als auch das Management der Einzelfonds vom Anleger bezahlt werden muss.

2.8 Hedgefonds

Diese Anlageprodukte sind sehr risikoreich, da ihr Geschäftszweck in alternativen Investments besteht, also nicht die traditionellen Investments wie Sichteinlagen, Staatsanleihen etc..

Hedgefonds stellen ein Thema für sich dar und sind deshalb in einem separaten Beitrag zu finden.

3. Kosten beim Fondskauf

Beim Fondskauf fallen verschiedene Kosten an. Darunter zählt der Ausgabeaufschlag und die jährlichen Depotkosten um den Fonds zu halten. Außerdem fallen Transaktionskosten, Verwaltungsvergütung, Vertriebskosten und eine Erfolgsgebühr für den verwaltenden Anbieter an.

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