Die Frage „Was sind Leerverkäufe?“ verständlich & einfach erklärt!

Leerverkäufe (englisch short sales) sind Verkäufe von Basiswerten (insbesondere Devisen, Wertpapiere oder Commodities, also Rohstoffe oder landwirtschaftliche Erzeugnisse), die sich zum Zeitpunkt des Eingehens der Verkaufsvereinbarung nicht im Eigentum des Leerverkäufers befinden. Das heißt der Leerverkäufer schließt mit Hilfe von Wertpapieren Verkäufe ab, bei denen er die Wertpapiere noch nicht besitzt. In der vorgegebenen Zeitspanne kann sich der Basiswert verändert haben, wodurch Gewinne und Verluste auftreten.

1. Kassageschäft bei Leerverkäufen

Hier muss der Verleiher dem Leerverkäufer das Wertpapier in der marktüblichen Frist (innerhalb von zwei Tagen) besorgen und ausleihen. Der Leerverkäufer muss den verkauften Wert nach der Frist zurückgeben.

1.1 Situation aus der Sicht des Verleihers

Der Profit des Verleihers liegt zum einem in der Leihgebühr. Diese wird bei der Ausführung des Geschäfts von ihm erhoben. Des Weiteren spekuliert der Verleiher auf eine Wertsteigerung des Basiswerts, oder mindestens auf eine Kurserhaltung, da er das Wertpapier zurückbekommt. Er nimmt demnach eine Long-Position ein. Sinkt stattdessen der Basiswert, hat das Wertpapier nach der Zeitspanne einen geringeren Wert.

1.2 Situation aus der Sicht des Leerverkäufers

Nachdem der Leerverkäufer das Wertpapier ausgeliehen hat, verkauft er es am Markt. Der Profit des Leerverkäufers besteht aus einem möglichem Gewinn durch Kursschwankung. Ist der Preis des Wertes innerhalb der marktüblichen Frist gefallen, muss er einen geringeren Preis als den zahlen, welchen er beim Verkauf erzielt hat. Dadurch kann er einen Gewinn einnehmen. Aufgrund der Spekulation auf einen Kursrückgang nimmt er die Short-Position ein. Ist der Preis hingegen gestiegen, macht der Leerverkäufer einen Verlust.

Was sind Leerverkäufe? | Kassageschäft einfach erklärt

2. Termingeschäft bei Leerverkäufen

Bei dieser Art des Leerverkaufs muss der Verleiher den versprochenen Basiswert erst in der Zukunft liefern (oft Futures, Forwards oder Optionen). Man schließt also einen Kaufvertrag in der Zukunft ab.

2.1 Situation aus der Sicht des Verleihers

Hier positioniert sich der Verleiher so, dass er auf einen Verlust des Werts spekuliert (Short-Position). Dadurch ist es ihm möglich zu einem zukünftigem Zeitpunkt die Werte zu einem geringen Preis zu kaufen. Da der Verkaufspreis mit dem Verleiher bereits vereinbart, kommt ein möglicher Gewinn zustande. Steigt stattdessen der Marktpreis trägt der Verleiher die Verluste.

2.2 Situation aus der Sicht des Leerverkäufers

Der Leerverkäufer hofft darauf, dass der Basiswert in der Zukunft steigt (Long-Position). So kann er zu einem späterem Zeitpunkt den Wert trotzdem zu einem günstigen Preis kaufen.