Die Frage „Was sind Optionsscheine?“ verständlich & einfach erklärt!

Optionsscheine gehören zu der Anlageklasse der Derivate. Ein Optionsschein ist ein Vertrag, der dem Käufer das Recht zusichert einen bestimmten Basiswert zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen. Dieses Recht wird Optionsrecht genannt. Dadurch ist es Anlegern möglich sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse setzten. Üblicherweise haben Optionsscheine eine Laufzeit von einigen Monaten bis mehreren Jahren.

Man unterscheidet beim Optionsrecht zwischen dem europäischen und amerikanischen Optionstypen. Bei dem europäischen Optionstypen können die Anleger das Optionsrecht nur am Ende der Laufzeit ausüben, bei den amerikanischen jederzeit bis zur Fälligkeit. Standardmäßig haben Optionsscheine das amerikanische Optionsrecht.

1. Die Hebelwirkung

Von Kurssteigerungen des Basiswerts können Anleger mithilfe von Optionsscheinen überproportional profitieren. Denn die Papiere sind in der Regel preiswerter als die Basiswerte und reagieren wesentlich stärker auf Veränderungen des Kurses. Ein Anleger, der beispielsweise damit rechnet, dass eine Aktie steigen wird, und nicht viel Kapital zur Verfügung hat, kann mit Optionsscheinen an einem Kursanstieg mitverdienen. Dafür sorgt die Hebelwirkung des Optionsscheins.

Rechenbeispiel: Ein Anleger kauft beispielsweise einen Kauf-Optionsschein zu einem Preis von 20 Euro, welcher einen Basispreis von 40 Euro hat. Der Kurs des Basiswerts, hier einer Aktie, steht zurzeit bei 50 Euro. Steigt die Aktie nun auf 60 Euro verändert sich der Preis des Optionsscheins auf 30 Euro. Absolut gesehen gibt es bei der Aktie, sowie bei dem Preis des Optionsscheins eine Veränderung um 10 Euro. Prozentual gesehen sind es allerdings beim Optionsschein 50% und bei der Aktie nur 20% Kurssteigerung. Es folgt also, dass der Optionsschein mit weniger Kapital eine höhere Rendite erwirtschaftet.

In dem Fall, dass die Aktie nun unter den Basispreis von 40 Euro fällt, wäre der Optionsschein wertlos und der Anleger erleidet einen Totalverlust.

2. Optionsscheine als Anlagemöglichkeit

Optionsscheine bieten für die eher erfahrene Klasse von Anlegern nicht nur eine gute Möglichkeit hohe Gewinne zu erzielen, sondern können auch von den Anlegern genutzt werden, um sich gegen Verluste abzusichern.

Wer beispielsweise Aktien besitzt und einen Kurssturz seiner Papiere befürchtet, erwirbt rechtzeitig einen Optionsschein, welcher einem zusichert, dass diese Aktien zu einem bestimmten Kurs verkauft werden. Dadurch werden Verluste reduziert, denn schließlich wird einem garantiert, dass die Aktien zu diesem Kurs verkauft werden, auch wenn der tatsächliche Börsenwert niedriger liegt.

Zu beachten ist jedoch: Umso höher der Kurs liegt, den der Anleger absichern möchte, desto teurer ist der Optionsschein.

Vorteile Nachteile
Spekulation auf steigende und fallende Kurse möglich Wert eines Optionsscheins schwer zu berechnen, da von zahlreichen Faktoren beeinflusst
Absicherung von Wertpapierpositionen möglich Risiko des Totalverlusts aus der Sicht des Anlegers
Vervielfachung seiner Investitionen durch geschickten Einsatz von Hebeln In der Regel nur für erfahrende Anleger geeignet