Die Frage „Was sind Zertifikate?“ verständlich & einfach erklärt!

Zertifikate zählen zu der Gruppe der Derivate, stellen also derivative Wertpapiere dar. Sie sind Schuldverschreibungen, welche keinen festen Zinssatz verspricht. Die Rückzahlung richtet sich stattdessen an die Wertentwicklung bestimmter Basiswerte wie Aktien oder Indizes. Dabei kann die Laufzeit unbegrenzt sein oder zuvor bei der Emission definiert.

Man erwirbt also kein Eigentum an einem Unternehmen. Stattdessen leiht man dem Emittenten, meist einer Bank, Geld. Dafür erhält man eine Gegenleistung, allerdings keinen festen Zinsen, sondern beispielsweise den gleichen Gewinn, denn der Basiswert im selben Zeitraum gemacht hat. Ein Zertifikat ist also eher mit einer Anleihe vergleichbar als mit einer Aktie.

Zu beachten ist, dass Zertifikate keine Rückzahlung des geliehenen Kapitals an den Anleger versprechen. Stattdessen hängt die Rückzahlung oft von Kriterien ab, wie zum Beispiel dem Nichtfallen des Basiswertes. Der Anleger kann auch an den Verlusten beteiligt werden.

1. Vor- und Nachteile von Zertifikaten

Zertifikate bieten zahlreiche Vorteile, aber weisen auch einige Nachteile auf. Zu den Vorteilen zählen:

  • Zertifikate lassen sich über die Börse kaufen und verkaufen
  • Mit einem Zertifikat lassen sich mehrere Aktien kaufen
  • Sie bieten zahlreiche Arten
  • Es sind höhere Gewinne als mit Spareinlagen möglich
  • Keine Nachschusspflicht

Nachteile von Zertifikaten sind:

  • Kursrisiken
  • Zertifikat ist nicht gleich Zertifikat
  • Emittentenrisiko

2. Arten von Zertifikaten

Die Auswahl von verschiedenen Zertifikaten ist vielfältig. Grob lassen sich bei den Arten drei Gruppen unterschieden: die Partizipationszertifikate, die Zertifikate mit definiertem Rückzahlungsprofil und Sonderformen.

2.1 Partizipationszertifikate

Bei Partizipationszertifikaten folgt der Wert des Zertifikats dem Wert das Basiswerts. Dadurch ist es dem Anleger möglich, flexibel und kostengünstig in Basiswerte aller Art zu investieren, ohne den Basiswert selbst an der Börse kaufen zu müssen. Diese Art weist oft endlose Laufzeiten auf.

Bei einer genaueren Betrachtung lässt sich eine weitere Unterteilung durchführen:

  • Index-Zertifikate: Sie haben als Basiswert einen Index, welcher eins zu eins abgebildet wird.

  • Basket-Zertifikate: Sie sind eine Abwandlung der Index-Zertifikate. Anstatt einen bestimmten Index abzubilden sind Basket-Zertifikate in der Lage eine beliebige Mischung aus Anlageprodukten abzubilden.

2.2 Zertifikate mit definiertem Rückzahlungsprofil

Zertifikate mit definiertem Rückzahlungsprofil bieten zusätzliche Sicherheiten im Vergleich zu Partizipationszertifikaten. Die Laufzeit wird bei der Emission definiert, wodurch das Risiko zeitlich begrenzt wird. Zusätzlich lassen sich vorab festgelegte Bedingungen definieren, welche den Wert des Zertifikats zur Fälligkeit bestimmen.

Es lassen sich unter anderem die folgenden Arten unterscheiden:

  • Garantie-Zertifikate: Sie bieten Anlegern den Schutz ihrer Einlagen zum Zeitpunkt der Fälligkeit. Wichtig ist die Einschränkung „zum Zeitpunkt der Fälligkeit“, da der Schutz bei frühzeitigen Verkäufen nicht mehr gilt.

  • Discount-Zertifikate: Sie bieten keinen vollständigen Schutz, machen einen Verlust jedoch unwahrscheinlicher. Der Grund liegt darin, dass Anleger durch Discount-Zertifikate Basiswerte zu niedrigeren Preisen kaufen, als sie eigentlich Wert sind. Dadurch sinkt das Risiko Verluste zu machen.

2.3 Sonderformen

Neben den beiden Hauptgruppen von Zertifikaten existieren noch einige Sonderformen. Dazu zählen:

  • Hebel-Zertifikate: Sie folgen dem Basiswert mit einem Hebel, wodurch Gewinne und Verluste deutlich höher liegen als bei Zertifikaten ohne Hebel. Daher sind sie vor allem für risikofreudige Anleger geeignet.

  • Short-Zertifikate: Sie ermöglichen es auf fallende Kurse zu setzen.